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9. Januar 202650 Jahre Psychiatrie-Enquete: Grund zum Rückblick und zur Standortbestimmung auf der Menschenrechtswoche Die vollen Reihen im THWS-Hörsaal zeigen das große Interesse der Veranstaltung (Foto: THWS/Ralph-Christian Amthor) 50 Jahre Psychiatrie-Enquete: Aus diesem Anlass haben bundesweit viele Veranstaltungen stattgefunden. Auch die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) der Technischen Hochschule Würzburg- Schweinfurt (THWS) hat das Thema aufgegriffen, um dessen Bedeutung zu unterstreichen. Im Rahmen der Menschenrechtswoche organisierte FAS-Professor Dr. Dieter Kulke zusammen mit der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Mainfranken und dem Campus Community Dialogue eine Veranstaltung mit Fachvortrag, Podiumsdiskussion und anschließender Zusammenkunft. „Schon am großen Zulauf zeigt sich die Wichtigkeit des Themas: Im größten Hörsaal waren die Reihen komplett besetzt“, so Prof. Dr. Kulke. Verbesserung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen THWS-Alumnus Prof. Dr. Christoph Walther, Professor für Soziale Arbeit an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, stellte in seinem Fachvortrag „50 Jahre Psychiatrie-Enquete 1971-1975 Hintergründe – Positionen – Reformvorschläge“ die Grundlagen der Psychiatrie-Enquete vor und ordnete sie in die zeitgeschichtliche Situation mit einer großen Offenheit für soziale Reformen in den 70er-Jahren ein. Nach früheren Entwicklungen und Diskussionen hin zu einer moderneren psychiatrischen Versorgung wurde 1971 auf Beschluss des Bundestages von der Bundesregierung eine Sachverständigen-Kommission eingesetzt, die bis 1975 einen umfassenden Bericht mit einer Vielzahl von Anlagen über die Versorgung psychisch kranker Menschen in der damaligen Bundesrepublik Deutschland erarbeitete. Angesichts vieler eklatanter und inhumaner Mängel in der Versorgung – in den 60er Jahren waren in den psychiatrischen Kliniken große Schlafsäle und lange Verweildauern („Anstalts- und Verwahrpsychiatrie“) noch weit verbreitet – wurden grundlegende Empfehlungen erarbeitet. Diese hätten den Anstoß zu zahlreichen Entwicklungen hin zu einem Bettenabbau in den psychiatrischen Großkliniken und zu einer verbesserten, gemeindenahen und ambulanten Versorgung gegeben. Das heutige Versorgungssystem wäre ohne die Psychiatrie-Enquete nicht zu denken. Die meisten heute selbstverständlichen Angebote wie Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi), ambulant betreutes Wohnen oder Selbsthilfegruppen entstanden in ihrer Folge. Fortschritte und Engagement in Mainfranken Dass die Entwicklungen aber fortschreiten und weiterhin neue, wichtige Angebote entstehen, wurde in der Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Christoph Walther und Prof. Dr. Dieter Kulke, deutlich. Doch zunächst stellte Katja Schecher, Erste Vorsitzende der PSAG Mainfranken, die Aufgaben dieser Arbeitsgemeinschaft dar. Silvia Bickel-Renn, systemische Psycho- und Lehrtherapeutin, Klaus Miller, ehemaliger Leiter des SpDi des Erthal-Sozialwerkes und Dr. Thomas Schmelter, früherer Oberarzt des jetzigen Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, schilderten ihre Eindrücke von der Entwicklung einer modernen Sozialpsychiatrie in Unterfranken in den 80er Jahren und danach. „Alle drei Referierenden sind Akteure und Engagierte der ersten Stunde“, so Prof. Dr. Kulke. In den Vorträgen wurden insbesondere das lebendige Engagement und die große Leidenschaft bei der Entwicklung neuer Formate und Angebote deutlich, so sein Fazit.Eva Straub, ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes hob hervor, wie wichtig es für sie war, nach einer langen Zeit der Unsicherheit eine sichere Diagnose für die psychische Erkrankung ihres Sohnes zu erhalten. Auch der Austausch in der Angehörigengruppe sei sehr wichtig gewesen, um zu spüren, dass sie in der Situation nicht allein war. Martin Wirth, Ex-In-Genesungsbegleiter und Mitarbeiter im SpDi, berichtete als Psychiatrie-Erfahrener von seinem Weg durch das Versorgungssystem, betonte dabei seine durch eine entsprechende Ausbildung qualifizierte Tätigkeit als Ex-In-Genesungsbegleiter. Ex-In bedeutet „Experienced Involvement“, also dass Psychiatrie-Erfahrene ihre eigenen Erfahrungen in die Begleitung von Patientinnen und Patienten einbringen; für diese sind dieGenesungsbegleitende dabei unter anderem ein Rollenmodell für die erfolgreiche Bewältigung ihrer Krankheit. Katja Schecher stellte in ihrem Podiumsbeitrag abschließend nochmals die Wichtigkeit von Vernetzung und Koordination der Angebote hervor. Anschließend wurden mit dem Publikum noch weitere Fragen diskutiert. Die Moderierenden hoben angesichts alarmierender Ankündigungen von Einsparungen die Notwendigkeit eines sozialgerechten Versorgungssystems und die Wichtigkeit politischer Sozialer Arbeit hervor. Zahlreiche Ideen wurden im abschließenden gemeinsamen Ausklang, organisiert durch die PSAG. „Diese Veranstaltung ist insgesamt ein eindrückliches Beispiel für das erfolgreiche und anregende Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und THWS“, resümiert Prof. Dr. Kulke. Moderation und Podiumsteilnehmende: (v. li.) Eva Straub, Prof. Dr. Christoph Walther, Dr. Thomas Schmelter, Martin Wirth, Silvia Bickel-Renn, Klaus Miller, Katja Schecher, Prof. Dr. Dieter Kulke (Foto: THWS/Tobias Hestner) Ein Teil der Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstands der PSAG am Rande der Enquete-Veranstaltung am 08.12.2025 von links nach rechts: Andreas Mayer, Katja Schecher, Brigitte Abt, Claudia Nembach, Nadia Nuti, Anna Glosser, Steffen Paula, Ute Berger, Susanne Wolf, Sonja Liebig, Andrea Beck und Cornelia Pflugradt (Foto: PSAG) Über die THWSDie Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu dengrößten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und stehtseit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandteForschung. Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebotvon mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt dieTHWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- undSozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWSist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch starkinternational ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen undAustauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigenenglischsprachigen Studienangebot widerspiegelt. Text: Prof. Dr. Dieter Kulke [...] Read more...
24. Oktober 2025Wir, als PSAG Mainfranken, haben in Kooperation mit den anderen beiden unterfränkischen Psychosozialen Arbeitsgemeinschaften  (Main Rhön Region und Bayerischen Untermain) eine Petition zur sicheren Finanzierung der Sozialpsychiatrischen Dienste und psychosozialen Beratungsstellen gestartet. Bitte unterstützen und teilen Sie unser Anliegen, um langfristig eine niedrigschwellige Versorgung für psychisch kranke und suchtkranke Menschen zu sichern. Vielen Dank!    Sicherstellung der Hilfe für Menschen in seelischer Not, mit psychischer Erkrankung und/-oder Sucht [...] Read more...

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Mainfranken ist ein Gremium zur Planung und Koordination der psychiatrischen Versorgung in der Stadt Würzburg sowie den Landkreisen Würzburg, Kitzingen und Main-Spessart und dient der Verbesserung der Zusammenarbeit aller an der psychiatrischen Versorgung beteiligten Institutionen in Mainfranken. In den „Grundsätze zur Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen in Bayern“ ist der Auftrag der PSAG festgelegt.


Konkret soll die PSAG:

– Die Zusammenarbeit der Versorgungseinrichtungen verstärken und
– Vorschläge zur Verbesserung der regionalen Versorgung erarbeiten und diese dem
– Planungs- und Koordinationsausschuss bei der Bezirksverwaltung Unterfranken vorlegen

Die PSAG Mainfranken ist eine von drei PSAGen in Unterfranken.

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9. Januar 202650 Jahre Psychiatrie-Enquete: Grund zum Rückblick und zur Standortbestimmung auf der Menschenrechtswoche Die vollen Reihen im THWS-Hörsaal zeigen das große Interesse der Veranstaltung (Foto: THWS/Ralph-Christian Amthor) 50 Jahre Psychiatrie-Enquete: Aus diesem Anlass haben bundesweit viele Veranstaltungen stattgefunden. Auch die Fakultät Angewandte Sozialwissenschaften (FAS) der Technischen Hochschule Würzburg- Schweinfurt (THWS) hat das Thema aufgegriffen, um dessen Bedeutung zu unterstreichen. Im Rahmen der Menschenrechtswoche organisierte FAS-Professor Dr. Dieter Kulke zusammen mit der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft (PSAG) Mainfranken und dem Campus Community Dialogue eine Veranstaltung mit Fachvortrag, Podiumsdiskussion und anschließender Zusammenkunft. „Schon am großen Zulauf zeigt sich die Wichtigkeit des Themas: Im größten Hörsaal waren die Reihen komplett besetzt“, so Prof. Dr. Kulke. Verbesserung der Versorgung psychisch erkrankter Menschen THWS-Alumnus Prof. Dr. Christoph Walther, Professor für Soziale Arbeit an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, stellte in seinem Fachvortrag „50 Jahre Psychiatrie-Enquete 1971-1975 Hintergründe – Positionen – Reformvorschläge“ die Grundlagen der Psychiatrie-Enquete vor und ordnete sie in die zeitgeschichtliche Situation mit einer großen Offenheit für soziale Reformen in den 70er-Jahren ein. Nach früheren Entwicklungen und Diskussionen hin zu einer moderneren psychiatrischen Versorgung wurde 1971 auf Beschluss des Bundestages von der Bundesregierung eine Sachverständigen-Kommission eingesetzt, die bis 1975 einen umfassenden Bericht mit einer Vielzahl von Anlagen über die Versorgung psychisch kranker Menschen in der damaligen Bundesrepublik Deutschland erarbeitete. Angesichts vieler eklatanter und inhumaner Mängel in der Versorgung – in den 60er Jahren waren in den psychiatrischen Kliniken große Schlafsäle und lange Verweildauern („Anstalts- und Verwahrpsychiatrie“) noch weit verbreitet – wurden grundlegende Empfehlungen erarbeitet. Diese hätten den Anstoß zu zahlreichen Entwicklungen hin zu einem Bettenabbau in den psychiatrischen Großkliniken und zu einer verbesserten, gemeindenahen und ambulanten Versorgung gegeben. Das heutige Versorgungssystem wäre ohne die Psychiatrie-Enquete nicht zu denken. Die meisten heute selbstverständlichen Angebote wie Sozialpsychiatrische Dienste (SpDi), ambulant betreutes Wohnen oder Selbsthilfegruppen entstanden in ihrer Folge. Fortschritte und Engagement in Mainfranken Dass die Entwicklungen aber fortschreiten und weiterhin neue, wichtige Angebote entstehen, wurde in der Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Christoph Walther und Prof. Dr. Dieter Kulke, deutlich. Doch zunächst stellte Katja Schecher, Erste Vorsitzende der PSAG Mainfranken, die Aufgaben dieser Arbeitsgemeinschaft dar. Silvia Bickel-Renn, systemische Psycho- und Lehrtherapeutin, Klaus Miller, ehemaliger Leiter des SpDi des Erthal-Sozialwerkes und Dr. Thomas Schmelter, früherer Oberarzt des jetzigen Krankenhauses für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin Schloss Werneck, schilderten ihre Eindrücke von der Entwicklung einer modernen Sozialpsychiatrie in Unterfranken in den 80er Jahren und danach. „Alle drei Referierenden sind Akteure und Engagierte der ersten Stunde“, so Prof. Dr. Kulke. In den Vorträgen wurden insbesondere das lebendige Engagement und die große Leidenschaft bei der Entwicklung neuer Formate und Angebote deutlich, so sein Fazit.Eva Straub, ehemalige Vorsitzende des Bundesverbandes der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes hob hervor, wie wichtig es für sie war, nach einer langen Zeit der Unsicherheit eine sichere Diagnose für die psychische Erkrankung ihres Sohnes zu erhalten. Auch der Austausch in der Angehörigengruppe sei sehr wichtig gewesen, um zu spüren, dass sie in der Situation nicht allein war. Martin Wirth, Ex-In-Genesungsbegleiter und Mitarbeiter im SpDi, berichtete als Psychiatrie-Erfahrener von seinem Weg durch das Versorgungssystem, betonte dabei seine durch eine entsprechende Ausbildung qualifizierte Tätigkeit als Ex-In-Genesungsbegleiter. Ex-In bedeutet „Experienced Involvement“, also dass Psychiatrie-Erfahrene ihre eigenen Erfahrungen in die Begleitung von Patientinnen und Patienten einbringen; für diese sind dieGenesungsbegleitende dabei unter anderem ein Rollenmodell für die erfolgreiche Bewältigung ihrer Krankheit. Katja Schecher stellte in ihrem Podiumsbeitrag abschließend nochmals die Wichtigkeit von Vernetzung und Koordination der Angebote hervor. Anschließend wurden mit dem Publikum noch weitere Fragen diskutiert. Die Moderierenden hoben angesichts alarmierender Ankündigungen von Einsparungen die Notwendigkeit eines sozialgerechten Versorgungssystems und die Wichtigkeit politischer Sozialer Arbeit hervor. Zahlreiche Ideen wurden im abschließenden gemeinsamen Ausklang, organisiert durch die PSAG. „Diese Veranstaltung ist insgesamt ein eindrückliches Beispiel für das erfolgreiche und anregende Zusammenwirken von Zivilgesellschaft und THWS“, resümiert Prof. Dr. Kulke. Moderation und Podiumsteilnehmende: (v. li.) Eva Straub, Prof. Dr. Christoph Walther, Dr. Thomas Schmelter, Martin Wirth, Silvia Bickel-Renn, Klaus Miller, Katja Schecher, Prof. Dr. Dieter Kulke (Foto: THWS/Tobias Hestner) Ein Teil der Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstands der PSAG am Rande der Enquete-Veranstaltung am 08.12.2025 von links nach rechts: Andreas Mayer, Katja Schecher, Brigitte Abt, Claudia Nembach, Nadia Nuti, Anna Glosser, Steffen Paula, Ute Berger, Susanne Wolf, Sonja Liebig, Andrea Beck und Cornelia Pflugradt (Foto: PSAG) Über die THWSDie Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu dengrößten Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und stehtseit ihrer Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandteForschung. Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebotvon mehr als 60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt dieTHWS ein weites Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- undSozialwissenschaften sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWSist nicht nur regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch starkinternational ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen undAustauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigenenglischsprachigen Studienangebot widerspiegelt. Text: Prof. Dr. Dieter Kulke [...] Read more...
24. Oktober 2025Wir, als PSAG Mainfranken, haben in Kooperation mit den anderen beiden unterfränkischen Psychosozialen Arbeitsgemeinschaften  (Main Rhön Region und Bayerischen Untermain) eine Petition zur sicheren Finanzierung der Sozialpsychiatrischen Dienste und psychosozialen Beratungsstellen gestartet. Bitte unterstützen und teilen Sie unser Anliegen, um langfristig eine niedrigschwellige Versorgung für psychisch kranke und suchtkranke Menschen zu sichern. Vielen Dank!    Sicherstellung der Hilfe für Menschen in seelischer Not, mit psychischer Erkrankung und/-oder Sucht [...] Read more...
17. September 2024Ca. 130 Teilnehmende lauschten ganz gebannt dem Vortrag von Dr. Daniela Tausch, PsychologischePsychotherapeutin und Psychoonkologin, zum Thema „Ermutigung – Leben mit Schicksalsschlägen “im Rahmen des Welttages der Suizidprävention 2024.Selbst in mehrfacher Hinsicht von Schicksalsschlägen betroffen, gelang es ihr, durch das Schildern derpersönlichen Erfahrungen aber auch durch die professionelle Bezugnahme aufzuzeigen, wasMenschen in Trauersituationen, Krankheit oder nach einem schweren Schicksalsschlag erleben, wassie benötigen und wie sie kleine Schritte gehen können, um ihrem Alltag und den damit verbundenenHerausforderungen gerecht zu werden.Die Veränderung annehmen lernen, das eigenen Tempo und den eigenen Weg akzeptieren undmachen, was einem möglich ist, das beschrieb Frau Dr. Tausch als wichtig im Prozess derVerarbeitung.Jede Situation ist individuell, jede Trauer anders und jeder Mensch einzigartig, so dass auch oft diegutgemeinten Ratschläge anderer: „Lenk dich doch mal ab, lerne jemand Neuen kennen, es ist dochjetzt schon 6 Monate her, vielleicht solltest du mal nach vorne schauen …“ meist als wenig hilfreicherlebt werden.Der Welttag der Suizidprävention, den die WHO bereits 2003 zum Gedenktag bestimmte, hat zumZiel, miteinander ins Gespräch zu kommen, Suizid und Suizidalität aus der Tabuzone herauszuholen.So ermutigt auch Frau Dr. Tausch in ausweglos scheinenden Situationen nicht alleine zu bleiben, denKontakt zu anderen zu suchen. Ist es jemandem nicht möglich, das Haus zu verlassen und inBewegung zu kommen, so sind vielleicht ein paar Atemzüge am offenen Fenster möglich.Außerdem spricht sie den Tränen sehr viel Heilsames zu, wenngleich es auch eine großeKraftanstrengung bedeutet, dem Weinen Raum zu geben.Sich bildhaft vorstellen, man sinke im Wasser bis auf den Boden, nicht ertrinkend in denWassermassen, sondern den Boden zu spüren, von dem man sich dann wieder abstoßen kann, um andie Wasseroberfläche zu kommen, so beschrieb sie mögliche Schritte im Heilungsprozess derTrauersituation.Allen Menschen in Krisensituationen, in Trauer und in Erkrankung stehen auch über den Welttag derSuizidprävention hinaus, die Einrichtungen Fachstelle Suizidberatung‐ Unterstützung in kritischenLebenssituationen, Sozialpsychiatrischer Dienst ESW, Gesprächsladen, Telefonseelsorge und fürHinterblieben nach Suizid die Selbsthilfegruppe AGUS zur Verfügung. Zu ihnen konnte man bereitswährend des Tages an Infoständen in Stadtbücherei und vor dem Gesprächsladen Kontakte knüpfenund ins Gespräch kommen.In Würzburg und Umgebung finden sich außerdem weitere Beratungsstellen, die je nach BedarfUnterstützung anbieten können.Jeder Tag sollte ein Suizidpräventionstag sein!Seien Sie achtsam miteinander! Vorbereitungsteam WSPT 2024 Text: Sonja LiebigBild: Fachstelle Suizidberatung [...] Read more...
2. September 2024Welttag der Suizidprävention am 10.09.2024Am 10.9. findet der alljährliche Welttag der Suizidprävention stattWie jedes Jahr haben sich die Fachstelle Suizidberatung, Telefonseelsorge, Gesprächsladen, dieSelbsthilfegruppe AGUS und der Sozialpsychiatrische Dienst des Erthal‐Sozialwerkes zusammengetan,um an diesem Tag rund um das Thema Suizid Gesprächsmöglichkeiten zu schaffen und damit einerTabuisierung entgegenzuwirken. Auch nach anderen Schicksalsschlägen fühlen sich Menschen sehralleingelassen und isolieren sich häufig. Alle Beratungsstellen im Vorbereitungsteam und auchandere, die es in Würzburg und Umgebung gibt, bieten die Möglichkeit einer Begleitung in schwerenLebenssituationen an, auch über den 10.9. hinaus.Der erste Schritt, sich Hilfe zu suchen, ist meist der schwierigste, durch Gespräche und ein Raumgebendes Gegenüber fühlen sich Betroffene dann meist sehr schnell entlastet.Uns ist es wichtig, Hoffnung zu vermitteln, Möglichkeiten zu schaffen, wie man auch scheinbarunüberwindbare Lebensumstände wandeln, mit kleinen Schritten aus der Krise herauskommen kann.Darum findet der WSPT 2024 unter der Überschrift„Trotzdem JA zum Leben sagen “ statt.An Infoständen in der Stadtbücherei (10‐16Uhr) und vor dem Gesprächsladen (13‐16Uhr) könnenMenschen sich über Hilfsangebote informieren und mit den Vertreter:innen der unterschiedlichenEinrichtungen sprechen.Um 17Uhr findet in der Augustinerkirche „Musik und Meditation“ zum Thema statt und um19Uhr wird Dr. Daniela Tausch im Matthias‐Ehrenfried‐Haus zum Thema „Ermutigung – Leben nachSchicksalsschlägen“ sprechen.Alle Interessierten sind uns sehr herzlich willkommen!Sonja LiebigLeitung Fachstelle Suizidberatung für die VorbereitungsgruppeÖffnungszeiten der Fachstelle Montag bis Freitag 14‐18UhrTel.: 0931‐571717info@fachstelle‐suizidberatung.de [...] Read more...
1. April 2024Der Platz wurde eng im großen Sitzungssaal des Bezirks Unterfranken. Fast hundert Interessierte kamen am 6.3.2024 zur Mitgliederversammlung der PSAG Mainfranken.Der Vorsitzende der PSAG Mainfranken, Peter Brückner, bedankte sich gleich zu Beginn bei den Anwesenden für das große Interesse und freute sich ganz besonders über die Anwesenheit von gleich sieben Mitgliedern des Bezirkstags, darunter neben dem Präsidenten Herrn Funk auch seine beiden Stellvertreter Herr Schiebel und Frau Hossmann sowie die Behindertenbeauftragte Frau Martin und deren Stellvertreterin Frau Feiler. Der Bezirkstagspräsident würdigte in seinem Grußwort die Bedeutung der Psychosozialen Arbeitsgemeinscha und bedankte sich bei allen, die sich in den verschiedenen Gremien der PSAG engagieren. Herr Brückner berichtete von den Schwerpunkten der Arbeit des Vorstands der PSAG. So wurden im vergangenen Jahr als erster Schritt für eine neue Geschäftsordnung verbindliche Wahlmodalitäten in den Gremien der PSG festgelegt und es konnten verstärkt auch Betroffene für eine Mitarbeit in den Gremien gewonnen werden. Damit kam die PSAG dem wichtigen Anliegen einer stärkeren Partizipation psychisch erkrankter und suchtkranker Menschen an der Planung der Versorgung einen wichtigen Schritt näher. Ein Thema, das alle im Saal bewegte, war der Würzburger Beratungswegweiser. Dieses online‐Instrument wurde in der Vergangenheit sowohl von Profis wie von Betroffenen stark genutzt um sich einen Überblick über die differenzierten Hilfsangebote in Würzburg und Umgebung zu verschaffen . Aufgrund von IT‐Sicherheitsproblemen musste die Seite leider Ende Februar sehr kurzfristig vom Netz genommen werden. Von den bei der Versammlung Anwesenden kam ein klarer Auftrag, alles zu versuchen, um die Seite wieder online zu stellen. Die Möglichkeiten dafür angesichts geringer Finanzmittel der PSAG werden im Nachgang genau geprüft werden müssen. Das große Interesse an Vernetzung und Kooperation im Rahmen der PSAG machten im vergangenen Jahr auch mehrere Anfragen deutlich, ob im Rahmen der PSAG neue Arbeitsgruppen z.B. zum Thema Wohnungslosigkeit gegründet werden sollten. Da bereits neun PSAG‐Arbeitsgruppen sehr aktiv arbeiten und verhindert werden soll, dass die Gremienstruktur zu unübersichtlich wird, bevorzugt der geschäftsführende Vorstand hier eher ein Modell, Vertreter bereits bestehender Arbeitsgruppen z.B. zu Wohnungslosigkeit an bereits bestehende PSAG‐Arbeitsgruppen anzugliedern. Der Vorteil dabei wäre, so eine Vernetzung und ein Austausch zu ermöglichen ohne die Struktur der PSAG weiter auszudehnen. Die stellvertretende Vorsitzende der PSAG, Ute Berger stellte danach die Finanzsituation der PSAG dar und wurde auf Vorschlag der Kassenprüfer Herr Mayer und Frau Wangerin von den Anwesenden einstimmig entlastet. Im Anschluss berichteten die Vertreterinnen und Vertreter der neun Arbeitsgruppen von den jeweiligen Schwerpunkten ihrer Arbeit im vergangenen Jahr. Nach einer Pause folgte der Fachvortrag des Vorsitzenden des Dachverbandes Gemeindepsychiatrie, Nils Greve, zum Thema „Auf dem Weg zu leitliniengerechten Komplexleistungen ‐ Versorgung von psychisch kranken Menschen in schwierigen sozialen Problemlagen“. Herr Greve berichtete in seinem lebendigen und von großer Erfahrung im Suchen nach besseren Versorgungsstrukturen geprägten Vortrag auch von einem gerade abgeschlossenen innovativen Versorgungsmodell. Die „gemeindepsychiatrische Basisversorgung“ wurde im Rahmen des Innovationsfonds gefördert und die Ergebnisse, die uns Herr Greve bereits vorstellte, werden in Kürze auch veröffentlicht. Das Interesse aller Anwesenden an einer engeren Kooperation über Sektorengrenzen hinweg war spürbar groß, wie auch die lebendige Diskussion nach seinem Vortrag zeigte. Bei all den Problemen, die dafür immer wieder überwunden werden müssen, betonte Nils Greve aber am Schluss auch: „Vernetzung macht großen Spaß! “ und empfahl uns, mutig voranzugehen für eine bessere Versorgung von schwer erkrankten Menschen, die bisher oft durch alle Raster fallen und deswegen nicht die Unterstützung bekommen, die ihnen zusteht. Foto: Heidi Brand [...] Read more...
1. April 2024Da Sonja Liebig, langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Frauen den Vorsitz aufgrund einer beruflichen Veränderung niederlegte, wurden am 27.10.22 Neuwahlen durchgeführt. Als neue Vorsitzende wurde Andrea Beck, Sozialpsychiatrische Hilfen, die bislang den 2.Vorsitz übernommen hatte und als 2. Vorsitzende Cornelia Pflugradt, Haus St. Michael,gewählt. v.li.n.re. Cornelia Pflugradt, Sonja Liebig, Andrea Beck (Bildquelle: Liebig) Wir danken Sonja Liebig für ihr Engagement und ihren großen Einsatz für die Interessen derFrauen und wünschen ihr alles Gute für ihren neuen Einsatzbereich! [...] Read more...
1. April 2024PSAG Mainfranken übernimmt Patenschaft für einen Stolperstein Die Stolpersteine sind Betonwürfel in der Größe 10 cm x 10 cm x 10 cm, mit einer darauf verankerten Messingplatte. Auf dieser wird der Name eines NS-Opfers eingehämmert. Die Steine werden dann vor den Häusern verlegt, in denen jene Menschen gelebt oder gearbeitet haben. Stolperstein für Luise Arnold Im Rahmen der 26. Stolpersteinverlegung am 05.04.2019 in Würzburg hat die PSAG die Patenschaft für einen solchen Stein übernommen. Gewittmet wurde der Stein Frau Luise Arnold, der durch ein Amtsärztliches Gutachten vom 17.9.1935 krankhaftes Verhalten diagnostiziert wurde. Da sie der ärztlichen Überzeugung nach nicht nur eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit war, sondern auch für „die Gesundheit ihrer Mitmenschen“, wurde die Unterbringung in einer geschlossenen Anstalt empfohlen. Nur 5 Jahre später viel sie dem nationalsozialistischen „Euthanasie Programm“ zum Opfer. Während der Verlegung des Gedenksteins wurde, durch Frau Claudia Hahne-Ebert, sowie Frau Ute Berger  (Foto v. l. n. r.) die tragische Geschichte der Luise Arnold wiedergegeben.   Begleitet wurde dies durch musikalische Einlagen.    Über Luise Arnold: am 14. 7. 1895 geboren in Karlstadt, katholisch, ledig Beruf: Zigarrenhändlerin Wohnort: Würzburg, Semmelstr. 6 Eltern: Josef und Mathilde Arnold 18.9.1935 – 4.10.1940 Heil- und Pflegeanstalt Werneck 4.10.1940 – 13.11.1940 Heilanstalt Weinsberg 11.12.1940 Tötungsanstalt Grafeneck  Infos und Termine weiterer Stolpersteinverlungen in Würzburg unter: https://www.stolpersteine-wuerzburg.de/ [...] Read more...